Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Pinaceae

Waldkiefer

Pinus sylvestris L.

Heimischer, immergrüner Pionierbaum mit paarweise stehenden blau- bis graugrünen Nadeln, orange-rötlicher Spiegelrinde im oberen Stamm und hängenden Zapfen. Medizinisch wurden vor allem Kiefernsprossen und das aus frischen Nadeln und Zweigen destillierte Kiefernnadelöl traditionell genutzt.

Gewöhnliche Kiefer Gemeine Kiefer Rotföhre Waldföhre Föhre Forche Scots pine
Bild: USDA-NRCS PLANTS Database / Herman et al. 1996, Public Domain, für Web beschnitten. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Kiefernnadelöl enthält vor allem flüchtige Monoterpene wie Alpha- und Beta-Pinen, 3-Caren und Limonen; für Kiefernsprosse werden zusätzlich Harze, Bitterstoffe und Flavonoide beschrieben. Die regulatorische Grundlage ist historisch und traditionell: Das BfArM verzeichnet positive Kommission-E-Monografien zu Kiefernnadelöl und Kiefernsprossen und führt Kiefernnadelöl weiterhin als Standardzulassung. Robuste moderne randomisierte Humanstudien zu Pinus-sylvestris-Monopräparaten fehlen. Labor- oder Tierdaten erlauben keine weitergehenden Heilversprechen.

ätherischölhaltig traditionell sekretolytisch traditionell durchblutungsfördernd harzreich heimischer Pionierbaum

Anwendung

  • Historische Monografien der Kommission E führen Kiefernnadelöl innerlich und äußerlich bei katarrhalischen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege sowie äußerlich bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden.
  • Kiefernsprossen wurden traditionell bei Katarrhen der oberen Atemwege sowie äußerlich in Balsamen, Salben oder Gelen verwendet. Eine moderne EMA/HMPC-Monografie für Waldkiefer liegt nicht vor.
  • Für die Selbstanwendung sind eindeutig gekennzeichnete Fertigprodukte mit Dosier- und Warnhinweisen sinnvoller als selbst hergestellte Konzentrate oder die unkontrollierte Einnahme ätherischen Öls.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: sehr hoch (5/5)

Die heimische Waldkiefer ist auf natürlichen Fels-, Sand-, Moor- und Trockenstandorten ein wichtiger Struktur- und Wirtsbaum. Unter den heimischen Nadelbäumen weist sie besonders viele Beziehungen zu pflanzenfressenden Insekten auf; zahlreiche Käfer, Schmetterlinge, holz- und pilzgebundene Arten nutzen Nadeln, Rinde, Holz und Totholz. Ökologisch wertvoll sind vor allem lichte, alte und strukturreiche Naturbestände, nicht artenarme gleichaltrige Kiefernforste.

Kiefernspinner Kiefernschwärmer Kieferneule Käfer Totholzbewohner Pilze Waldvögel Moor- und Trockenwaldarten heimischer Nadelbaum Pinaceae Pionierbaum Raupenfutterpflanze Totholz lichte Kiefernwälder Moorwald Trockenstandort

Studien und Quellen