Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Poaceae

Gewöhnliche Quecke

Elymus repens (L.) Gould

Heimisches, ausdauerndes Süßgras mit langen kriechenden Rhizomen, flachen Blättern und zweizeiligen Ähren. Medizinisch relevant ist das getrocknete Rhizom; EMA/HMPC ordnet es traditionell zur Erhöhung der Harnmenge bei leichten Harnwegsbeschwerden ein.

Kriechende Quecke Acker-Quecke Queckenwurzel Agropyri repentis rhizoma Agropyron repens Elytrigia repens Couch grass Quackgrass
Bild: Wikimedia Commons, Krzysztof Ziarnek/Kenraiz, CC BY-SA 4.0, komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die belastbarste Einordnung ist Traditional Use: Die EMA/HMPC-Monografie stützt die Durchspülungsanwendung bei leichten Harnwegsbeschwerden über langjährige Nutzung und Plausibilität, nicht über robuste klinische Monopräparat-Studien. Präklinisch wurden antiadhäsive Effekte von Rhizomextrakten gegen uropathogene E. coli beschrieben. Die klinische Stein-Studie war klein, offen, kombinierte Queckenextrakt mit Kaliumcitrat und ist deshalb nur als ergänzender Hinweis zu werten.

traditionell harntreibend schleimstoffhaltig in vitro antiadhäsiv rhizombildend heimisches Süßgras

Anwendung

  • EMA/HMPC bewertet Queckenrhizom als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Erhöhung der Harnmenge, um die Harnwege bei leichten Beschwerden durchzuspülen.
  • Die Anwendung ist auf Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beschränkt und setzt ausreichende Flüssigkeitszufuhr voraus, sofern medizinisch nichts dagegen spricht.
  • Eine kleine randomisierte Studie prüfte Queckenextrakt nur zusammen mit Kaliumcitrat bei Nierensteinen; daraus lässt sich kein eigenständiger Nutzen von einfachem Queckentee für Steinleiden ableiten.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: moderat (3/5)

Gewöhnliche Quecke ist ein heimisches, sehr häufiges Rhizomgras gestörter, nährstoffreicher Offenland- und Saumstandorte. Ökologisch ist sie eher struktur- und bodenstabilisierend als eine seltene Zielart: Sie deckt offene Böden schnell ab, bietet Gräserstruktur für Kleintiere und zeigt zugleich stark gestörte, nährstoffreiche Standorte an.

Bodenfauna Graslandinsekten Saumfauna Ruderalflora Kleintiere heimisches Süßgras Poaceae Rhizomgeophyt Ruderalstandort Bodenstabilisierung Ackerbegleitflora nicht gefährdet

Studien und Quellen