Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Grossulariaceae

Schwarze Johannisbeere

Ribes nigrum L.

Heimischer, stachelloser Strauch feuchter Auen- und Bruchwaldstandorte mit aromatisch drüsigen Blättern, hängenden Blütentrauben und schwarzen Beeren. Medizinisch relevant sind die getrockneten Blätter; EMA/HMPC ordnet sie traditionell bei leichten Gelenkschmerzen und zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden ein.

Schwarze Ribisel Schwarze Träuble Cassis Johannisbeerblätter Ribis nigri folium Blackcurrant European black currant
Bild: Wikimedia Commons, Daderot, CC0, komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die Evidenz entspricht Traditional Use: Die EMA/HMPC-Einordnung stützt sich auf langjährige Anwendung und Plausibilität, nicht auf robuste Humanstudien. Präklinische Arbeiten berichten entzündungshemmende, schmerzlindernde und diuretische Effekte von Blattextrakten; daraus lassen sich aber keine gesicherten Wirkversprechen für Gelenkerkrankungen, Harnwegsinfekte oder Nierenerkrankungen ableiten.

flavonoidhaltig proanthocyanidinhaltig traditionell harntreibend präklinisch entzündungsmodulierend heimischer Feuchtgebietsstrauch

Anwendung

  • EMA/HMPC bewertet Schwarze-Johannisbeerblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Gelenkschmerzen sowie zur Erhöhung der Harnmenge bei leichten Harnwegsbeschwerden.
  • Die Anwendung ist laut Monografie auf Erwachsene beschränkt. Bei Gelenkbeschwerden, die länger als vier Wochen bestehen oder sich verschlimmern, und bei Harnwegsbeschwerden über zwei Wochen ist medizinische Abklärung nötig.
  • Früchte, Saft und Gartensträucher sind ernährungs- und gärtnerisch interessant, aber nicht mit der arzneilichen Blattdroge oder standardisierten Extrakten gleichzusetzen. Klinische Patientenstudien zu den Blättern fehlen.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: hoch (4/5)

Schwarze Johannisbeere ist ein heimischer Strauch feuchter Auenwälder, Erlenbrüche und Gebüsche. Die frühen Blütentrauben bieten Pollen und Nektar für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen; die schwarzen Beeren werden von Vögeln und Kleinsäugern genutzt. In Naturgärten ist sie vor allem für feuchte, halbschattige Bereiche interessant.

Wildbienen Hummeln Schwebfliegen Vögel Kleinsäuger Auenwald-Fauna heimischer Feuchtgebietsstrauch Grossulariaceae Auenwald Erlenbruch Nektar Pollen Beeren ungefährdet

Studien und Quellen