Equisetaceae
Ackerschachtelhalm
Equisetum arvense L.
Sporenpflanze mit kieselsäurereichem Sommertrieb. Traditionell als Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsbeschwerden und äußerlich bei kleinen Wunden genutzt.
Wirkung und Einordnung
Evidenz: begrenzt (2/5)
Steriles Kraut/Sommertriebe als Tee: laut EMA/HMPC traditionell zur Erhöhung der Urinmenge bei leichten Harnwegsbeschwerden. Abkochung äußerlich: traditionell bei oberflächlichen Wunden. Haut, Haare, Nägel und Bindegewebe: der Siliziumgehalt macht die Anwendung plausibel, aber EFSA bewertet entsprechende Health Claims als nicht ausreichend belegt. Die Pilotstudie zeigt Siliziumaufnahme aus Tee, beweist aber keine Wirkung auf Haare oder Nägel.
Anwendung
- Als Tee zur kurzfristigen Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden, mit ausreichender Flüssigkeit.
- Äußerlich als Abkochung für Umschläge bei kleinen oberflächlichen Wunden.
- Traditionell auch für Haut, Haare, Nägel und Bindegewebe verwendet; diese Anwendung ist plausibel über den Siliziumgehalt, aber für Ackerschachtelhalm selbst klinisch schwach belegt.
- Bei Fieber, Blut im Urin, Schmerzen, Nierenerkrankung oder Herzinsuffizienz nicht selbst behandeln.
Ökologische Bedeutung
Ökologie: begrenzt (2/5)
Ackerschachtelhalm besitzt keine Blüten und bietet Bestäubern daher keinen Nektar oder Pollen. Ökologisch relevant ist er vor allem als strukturgebende Sporenpflanze feuchter bis frischer Standorte und als Bestandteil extensiver Feld- und Saumbiotope.