Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Fabaceae

Echter Steinklee

Melilotus officinalis (L.) Lam.

Heimische bis weit verbreitete Ruderal- und Saumpflanze mit dreizähligen Blättern, langen gelben Blütentrauben und charakteristischem Cumarin-Duft beim Trocknen. Medizinisch wird das Kraut traditionell bei schweren, müden Beinen durch leichte venöse Durchblutungsbeschwerden sowie äußerlich bei kleinen Hautentzündungen eingeordnet.

Gelber Steinklee Gewöhnlicher Steinklee Honigklee Duftklee Meliloti herba Yellow sweet clover Melilot
Bild: Wikimedia Commons, AnRo0002, CC0 1.0, skaliert und komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die tragfähige Bewertung ist Traditional Use: Die EMA/HMPC-Monografie stützt die Anwendung über langjährige Nutzung und Plausibilität, nicht über robuste moderne Wirksamkeitsstudien. Als relevante Inhaltsstoffe werden Cumarinvorstufen, Cumarin und Flavonoide beschrieben. Ältere klinische Untersuchungen zu leichten venösen Beschwerden lieferten Hinweise, waren aber methodisch nicht stark genug für gesicherte Schlussfolgerungen. Laborbefunde zu entzündungsmodulierenden Effekten erklären Plausibilität, begründen aber keine Heilversprechen.

cumarinreich flavonoidhaltig traditionell venenbezogen entzündungsmodulierend präklinisch heimische Leguminose

Anwendung

  • EMA/HMPC bewertet Steinkleekraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Beschwerden und Schweregefühl der Beine bei leichten Durchblutungsproblemen.
  • Äußerlich werden geeignete halbfeste Zubereitungen traditionell bei kleinen Hautentzündungen eingeordnet; offene, stark entzündete oder eiternde Wunden gehören ärztlich beurteilt.
  • Die Anwendung ist auf Erwachsene beschränkt und ersetzt keine Abklärung von neu auftretender Beinschwellung, einseitigem Schmerz, Wärmegefühl, Atemnot oder Verdacht auf Thrombose.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: hoch (4/5)

Echter Steinklee ist eine heimische, ungefährdete Leguminose trockener bis frischer Ruderal- und Saumstandorte. Die langen gelben Blütentrauben liefern Nektar und Pollen für Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten; zugleich bindet die Art mit Knöllchenbakterien Stickstoff und bereichert offene, magere Böden.

Wildbienen Honigbienen Hummeln Schwebfliegen Schmetterlinge Knöllchenbakterien Ruderalflur-Insekten heimische Wildpflanze Fabaceae Leguminose Nektar Pollen Stickstoffbindung Ruderalfläche Bahn- und Wegrand

Studien und Quellen