Sapindaceae
Rosskastanie
Aesculus hippocastanum L.
Großer, in Mitteleuropa häufig gepflanzter Baum mit auffälligen Blütenkerzen und stacheligen Früchten. Arzneilich relevant sind standardisierte Samenextrakte bei chronischer venöser Insuffizienz, nicht rohe Kastanien.
Wirkung und Einordnung
Evidenz: gut (4/5)
Standardisierte Extrakte aus Rosskastaniensamen: EMA/HMPC führt eine gut etablierte Anwendung zur Behandlung chronischer venöser Insuffizienz. Cochrane-Daten sprechen dafür, dass definierte Extrakte Schmerzen, Schwellung und Juckreiz kurzfristig lindern können. Äußerliche Produkte und traditionelle Nutzungen sind davon getrennt zu bewerten. Rohe Samen, Rinde oder Blätter sind keine sichere Selbstmedikation.
Anwendung
- Standardisierte Samenextrakte können bei chronischer venöser Insuffizienz mit schweren, müden oder geschwollenen Beinen eingesetzt werden.
- Die Evidenz bezieht sich auf definierte Extrakte mit kontrolliertem Aescin-Gehalt, nicht auf Tee, rohe Samen oder selbst hergestellte Auszüge.
- Bei einseitiger Schwellung, Schmerzen, Atemnot, offenen Beinen oder plötzlicher Verschlechterung sofort medizinisch abklären.
Ökologische Bedeutung
Ökologie: moderat (3/5)
Rosskastanienblüten liefern Pollen und Nektar für Bienen und Hummeln; als nicht ursprünglich heimischer Parkbaum ist sie ökologisch nützlich, aber weniger Schlüsselart als heimische Gehölze.