Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Lamiaceae

Echtes Herzgespann

Leonurus cardiaca L.

Heimische bis archäobiotische Lippenblütlerin nährstoffreicher Säume mit handförmig gelappten Blättern und rosa-weißen Blütenquirlen. EMA/HMPC ordnet das blühende Kraut traditionell bei nervöser Anspannung und nervösen Herzbeschwerden wie Herzklopfen ein, nachdem ernste Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden.

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Bild: Wikimedia Commons, Hajotthu, CC BY 3.0, komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die Evidenz bleibt begrenzt: Die EMA/HMPC-Monografie stützt sich ausdrücklich auf traditionelle Anwendung und Plausibilität, nicht auf ausreichende klinische Wirksamkeitsbelege. Eine kleine Studie zu Blutdruck, Angst- und Schlafsymptomen wurde berücksichtigt, erlaubt aber wegen kurzer Dauer und fehlender Vergleichsgruppe keine festen Schlussfolgerungen. Reviews seit 2010 erweitern die phytochemische und pharmakologische Grundlage, liefern jedoch vor allem Labor-, Tiermodell- und methodisch begrenzte Humanbefunde.

traditionelles Beruhigungsmittel Herz-Kreislauf-Bezug traditionell flavonoidhaltig Iridoid- und Diterpendroge heimische Saumpflanze

Anwendung

  • EMA/HMPC bewertet Herzgespannkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung nervöser Anspannung und nervöser Herzbeschwerden wie Palpitationen, nachdem ernste Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden.
  • Die traditionelle Anwendung ist für Erwachsene vorgesehen. Wenn Beschwerden länger als vier Wochen anhalten, sich verschlechtern oder erstmals auftreten, ist ärztliche Abklärung nötig.
  • Präklinische Arbeiten und Reviews beschreiben Flavonoide, Iridoide, Labdan-Diterpene, Phenolsäuren und Stachydrin sowie mögliche sedierende, kardiovaskuläre und krampflösende Effekte. Diese Befunde erklären Plausibilität, ersetzen aber keine belastbaren klinischen Nachweise.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: hoch (4/5)

Echtes Herzgespann ist eine heimische bis archäobiotische Saum- und Ruderalpflanze, die in Deutschland stark gefährdet ist. Die Blütenquirle bieten Pollen und Nektar für Hummeln, Wildbienen und weitere kurzrüsselige Blütenbesucher; ökologisch wichtig sind vor allem der Erhalt nährstoffreicher Dorf-, Mauer- und Heckensäume sowie regionale Ansaat oder Gartenkultur aus gesicherter Herkunft.

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Studien und Quellen