Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Asteraceae

Große Klette

Arctium lappa L.

Kräftige, zweijährige Korbblütlerin nährstoffreicher Säume mit großen herzförmigen Blättern und hakigen Fruchtständen. Arzneilich wird die getrocknete Wurzel traditionell bei leichten Harnwegsbeschwerden, vorübergehender Appetitlosigkeit und seborrhoischen Hautzuständen verwendet.

Klette Groß-Klette Klettenwurzel Arctii radix Burdock Gobo
Bild: Wikimedia Commons, Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die Evidenz ist traditionell und klinisch schwach. Die EMA erkennt langjährige Anwendung für drei begrenzte Einsatzbereiche an, bewertet die Daten aber nicht als ausreichend für einen gut belegten medizinischen Gebrauch. Produktqualität ist besonders relevant, da in der Literatur Verwechslungen oder Verunreinigungen von Klettenwurzel mit anderen Pflanzen beschrieben wurden.

inulinreich Bitterstoffdroge traditionell harntreibend aromatische Wurzeldroge heimische Ruderalpflanze

Anwendung

  • Die EMA führt Klettenwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Erhöhung der Harnmenge bei leichten Harnwegsbeschwerden, bei vorübergehender Appetitlosigkeit sowie zur Behandlung seborrhoischer Hautzustände. Diese Einstufung beruht auf langjähriger Anwendung, nicht auf einem klinisch gesicherten Wirksamkeitsnachweis.
  • Als Tee wird die zerkleinerte Wurzel verwendet; für eine durchspülende Anwendung ist ausreichendes Trinken erforderlich. Kosmetisches Klettenwurzelöl ist ein äußerliches Pflegeprodukt und nicht mit einer standardisierten innerlichen Arzneizubereitung gleichzusetzen.
  • Für die Große Klette fehlen kontrollierte klinische Studien. Laborbefunde zu entzündungsmodulierenden, antioxidativen oder antimikrobiellen Eigenschaften sind hypothesengenerierend und belegen keine Behandlung von Hautkrankheiten, Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: gering (1/5)

Für dieses Profil liegen noch keine ausreichend belastbaren ökologische Detaildaten vor.

Studien und Quellen