Rosaceae
Gänsefingerkraut
Argentina anserina (L.) Rydb. (syn. Potentilla anserina L.)
Heimische, kriechende Rosengewächs-Staude feuchter, nährstoffreicher Wege, Weiden und Ufer. Medizinisch relevant ist das gerbstoffhaltige Kraut vor allem als traditionell eingeordnete Arzneidroge bei leichten Durchfällen, Mund-Rachen-Reizungen und milden krampfartigen Regelbeschwerden.
Wirkung und Einordnung
Evidenz: begrenzt (2/5)
Gänsefingerkraut ist eine klassische, aber heute eher selten verwendete Gerbstoffdroge. Die frühere Kommission E befürwortete Potentilla-anserina-Kraut für leichte dysmenorrhoische Beschwerden, zur Unterstützung bei leichten, unspezifischen akuten Durchfällen sowie äußerlich bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Die moderne Studienlage ist deutlich schwächer als bei gut untersuchten Fertigpräparaten anderer Arzneipflanzen: Reviews beschreiben vor allem traditionelle Nutzung, Inhaltsstoffe wie Tannine und Flavonoide sowie präklinische Daten. Sinnvoll ist daher eine vorsichtige Einordnung als traditionelle Kurzzeitanwendung bei milden Beschwerden, nicht als gesicherte Behandlung für starke Schmerzen, Infektionen, chronische Darmprobleme oder gynäkologische Erkrankungen.
Anwendung
- Als Tee wird Gänsefingerkraut traditionell bei leichten, unspezifischen Durchfällen und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden verwendet; die Anwendung ersetzt keine Abklärung bei schweren oder anhaltenden Beschwerden.
- Als abgekühlter Aufguss kann es traditionell zum Spülen oder Gurgeln bei leichten Reizungen im Mund- und Rachenraum genutzt werden.
- Junge Blätter und stärkehaltige Wurzeln wurden regional als Wildgemüse genutzt; dieser Küchengebrauch ist von arzneilicher Anwendung des getrockneten Krauts zu trennen.
Ökologische Bedeutung
Ökologie: hoch (4/5)
Gänsefingerkraut ist eine heimische, tritt- und salztolerante Staude frischer bis feuchter Wegränder, Weiden und Ufer. Die offenen gelben Blüten werden von Wildbienen und weiteren kurzrüsseligen Insekten genutzt; zugleich stabilisiert die kriechende Pflanze gestörte, feuchte Kleinstlebensräume.