Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Brassicaceae

Hirtentäschel

Capsella bursa-pastoris (L.) Medik.

Häufiges Wildkraut mit kleinen weißen Blüten und dreieckig-herzförmigen Schötchen. Medizinisch relevant ist die traditionelle Anwendung bei starker Menstruationsblutung nach Ausschluss ernster Ursachen.

Gewöhnliches Hirtentäschel Herzelkraut Shepherd's purse
Bild: Wikipedia/Wikimedia, Gewöhnliches Hirtentäschel. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Blühendes Kraut als Tee oder traditionelles Fertigpräparat: laut EMA/HMPC zur Reduktion starker Menstruationsblutungen, aber nur wenn ernsthafte Ursachen ausgeschlossen wurden. Andere Blutungen, Blutungen nach der Menopause oder plötzlich starke Beschwerden: keine Selbstbehandlung. Die Evidenz beruht auf langjähriger Anwendung, nicht auf robuster moderner Studienlage.

traditionell hämostyptisch gerbstoffhaltig flavonoidhaltig

Anwendung

  • Hirtentäschel wird traditionell zur Verminderung starker Menstruationsblutungen bei Frauen mit regelmäßigem Zyklus eingesetzt.
  • Vor der Anwendung müssen ernsthafte Ursachen ungewöhnlicher Blutungen medizinisch ausgeschlossen sein.
  • Die Pflanze eignet sich nicht zur Selbstbehandlung unklarer, plötzlich starker oder nach der Menopause auftretender Blutungen.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: moderat (3/5)

Hirtentäschel ist ein häufiges Acker- und Ruderalwildkraut mit langer Blütezeit. Kleine Wildbienen, Fliegen und Käfer nutzen die Blüten; Samen können von Kleinvögeln aufgenommen werden.

kleine Wildbienen Fliegen Käfer Kleinvögel Ackerwildkraut Ruderalpflanze lange Blüte Samen Brassicaceae

Studien und Quellen