Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Fabaceae

Rotklee

Trifolium pratense L.

Heimische, mehrjährige Wiesenleguminose mit dreizähligen, oft hell gezeichneten Blättern und kugeligen rosaroten Blütenköpfen. Rotklee ist ökologisch besonders wertvoll für Hummeln und wird medizinisch vor allem wegen seiner Isoflavone in standardisierten Extrakten gegen Wechseljahresbeschwerden untersucht.

Wiesenklee Roter Wiesenklee Rothklee Red clover Cow clover
Bild: Wikimedia Commons, Forest und Kim Starr, CC BY 3.0 US, zugeschnitten und komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: moderat (3/5)

Die klinische Evidenz ist präparatbezogen und nicht abschließend. Die Metaanalyse von 2026 über neun randomisierte Studien berichtet einen kleinen bis mäßigen Effekt auf Hitzewallungen; eine frühere Metaanalyse fand ebenfalls eine mögliche Reduktion, aber sehr hohe Unterschiede zwischen den Studien. NCCIH bewertet den Gesamtnachweis weiterhin als nicht schlüssig und verweist auf inkonsistente Resultate und teilweise hohes Verzerrungsrisiko.

isoflavonhaltig Phytoöstrogenquelle eiweißreiche Futterpflanze stickstoffbindende Leguminose wertvolle Hummelpflanze

Anwendung

  • Standardisierte Rotklee-Extrakte wurden in randomisierten Studien gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren untersucht. Eine Metaanalyse von 2026 fand einen statistisch signifikanten, insgesamt aber nur kleinen bis mäßigen Rückgang der Häufigkeit.
  • Die Studien verwendeten definierte Extrakte mit etwa 37 bis 160 mg Isoflavonen pro Tag über zwölf Wochen bis zwölf Monate. Diese Ergebnisse lassen sich nicht auf Rotkleetee, Blütenpulver oder beliebige Nahrungsergänzungsmittel übertragen.
  • Für Cholesterinwerte und Knochendichte sind die Befunde uneinheitlich beziehungsweise noch nicht ausreichend. Die Nutzung als Tee oder Wildkraut bleibt in erster Linie Lebensmittel- und Traditionsgebrauch.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: sehr hoch (5/5)

Rotklee ist eine heimische Schlüsselart artenreicher Wiesen und besonders ergiebig für langrüsselige Hummeln und weitere Wildbienen. Als Leguminose bindet er mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und verbindet Bestäuberförderung mit Futter- und Grünlandwert.

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Studien und Quellen