Urticaceae
Kleine Brennnessel
Urtica urens L.
Einjährige heimische Brennnessel stickstoffreicher Äcker, Gärten und Ruderalstellen. Sie wird 10 bis 60 cm hoch und medizinisch mit Urtica dioica bewertet.
Wirkung und Einordnung
Evidenz: begrenzt (2/5)
Für Urtica urens existiert keine eigenständige klinische Wirksamkeitsbewertung. Die EMA/HMPC führt die Art zusammen mit Urtica dioica als Ausgangspflanze von Brennnesselkraut, -blättern und -wurzel. Die genannten Anwendungen sind als traditionelle Verwendungen eingestuft; daraus folgt weder eine Überlegenheit der Kleinen Brennnessel noch eine gesicherte Wirkung selbst gesammelter Pflanzenteile.
Anwendung
- Junge, sicher bestimmte Blätter können nach dem Blanchieren oder Kochen als Wildgemüse verwendet werden; dies ist eine Lebensmittelanwendung ohne eigene Heilindikation.
- Die EMA führt Urtica urens neben Urtica dioica als Ausgangspflanze für Brennnesselkraut und -blätter. Entsprechende Präparate werden traditionell zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden sowie bei leichten Gelenkschmerzen eingesetzt; bestimmte Krautpräparate sind außerdem für zuvor ärztlich diagnostizierte seborrhoische Hautzustände eingeordnet.
- Auch die Brennnesselwurzel-Monografie umfasst Urtica urens. Präparate gegen untere Harnwegssymptome bei gutartiger Prostatavergrößerung dürfen jedoch erst nach ärztlichem Ausschluss ernster Ursachen eingesetzt werden.
Ökologische Bedeutung
Ökologie: hoch (4/5)
Die Kleine Brennnessel ist Raupenfutterpflanze unter anderem für den Kleinen Fuchs; weitere spezialisierte Brennnesselinsekten nutzen sie ebenfalls. Als heimische Art bereichert sie offene Garten-, Acker- und Ruderalstellen. Ihre einjährigen, meist kleineren Bestände stellen jedoch weniger dauerhaft Blattmasse und Deckung bereit als die ausdauernde Große Brennnessel.