Urticaceae
Große Brennnessel
Urtica dioica L.
Ausdauernde, rhizombildende Wildpflanze nährstoffreicher Säume. Botanik und Ökologie sind artspezifisch; Arzneidrogen können auch aus Urtica urens stammen.
Wirkung und Einordnung
Evidenz: begrenzt (2/5)
Die EMA/HMPC bewertet Brennnesselkraut, -blätter und -wurzel aus Urtica dioica gemeinsam mit Urtica urens. Die anerkannten Anwendungen beruhen auf langjähriger traditioneller Verwendung, nicht auf einem gut belegten klinischen Wirksamkeitsnachweis. Kraut und Blätter werden je nach Zubereitung bei leichten Harnwegs- oder Gelenkbeschwerden eingesetzt; die Wurzel ist getrennt für untere Harnwegssymptome bei gutartiger Prostatavergrößerung eingeordnet. Lebensmittelanwendungen besitzen keine eigene arzneiliche Indikation.
Anwendung
- Junge Blätter können als nährstoffreiches Wildgemüse genutzt werden; daraus ergibt sich aber keine eigene arzneiliche Indikation.
- Kraut beziehungsweise Blätter werden traditionell zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden und zur Linderung leichter Gelenkschmerzen eingesetzt; für seborrhoische Hautzustände nennt die EMA nur bestimmte Krautpräparate und eine zuvor ärztlich gestellte Diagnose.
- Wurzelpräparate werden getrennt davon traditionell bei unteren Harnwegssymptomen im Zusammenhang mit gutartiger Prostatavergrößerung verwendet, aber erst nachdem ernsthafte Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden.
Ökologische Bedeutung
Ökologie: sehr hoch (5/5)
Die Große Brennnessel ist eine der wichtigsten heimischen Raupenfutterpflanzen. Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen und C-Falter nutzen ausgedehnte Bestände; zusätzlich bieten die ausdauernden Pflanzen Struktur und Deckung in nährstoffreichen Säumen.