Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Menyanthaceae

Fieberklee

Menyanthes trifoliata L.

Heimische Moor- und Verlandungspflanze mit dreizähligen Blättern und auffällig weiß gefransten Blüten. Medizinisch sind die getrockneten Blätter als Bitterstoffdroge traditionell bei vorübergehender Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden eingeordnet; Wildbestände sind geschützt und gehören nicht beerntet.

Bitterklee Sumpfklee Dreiblatt Bitterkleeblätter Menyanthidis trifoliatae folium Bogbean Buckbean
Bild: Wikimedia Commons, G. Hagedorn, CC BY-SA 3.0, komprimiert. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: begrenzt (2/5)

Die Evidenz entspricht einer klassischen Traditional-Use-Monografie: langjährige Anwendung, plausible Bitterstoff-Pharmakologie und regulatorische Bewertung, aber keine belastbaren klinischen Studien zu Fieberklee-Monopräparaten nach heutigem Standard. Für Appetit und leichte Verdauungsbeschwerden ist die Einordnung nachvollziehbar, für Entzündungs-, Schmerz- oder Entgiftungsversprechen reicht die Datenlage nicht.

Bitterstoffdroge Secoiridoidglykoside flavonoidhaltig verdauungsanregend traditionell geschützte heimische Moorpflanze

Anwendung

  • EMA/HMPC ordnet Fieberkleeblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei vorübergehender Appetitlosigkeit und leichten dyspeptischen Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen ein.
  • Die arzneiliche Anwendung bezieht sich auf geprüfte Blätter und definierte Zubereitungen. Bittertees oder Kräuterbitter mit Fieberklee sind nicht automatisch mit beliebigen Nahrungsergänzungsmitteln oder selbst gesammelter Ware vergleichbar.
  • Traditionell wird Fieberklee auch bei leichten Muskel- und Gelenkschmerzen genannt; dafür ist die moderne klinische Grundlage besonders schwach. Präklinische Arbeiten zu entzündungsbezogenen Signalwegen erklären Plausibilität, ersetzen aber keinen Wirksamkeitsnachweis beim Menschen.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: sehr hoch (5/5)

Fieberklee ist eine heimische, gefährdete und besonders geschützte Art nährstoffarmer Moore, Schwingrasen und Verlandungszonen. Die auffälligen Frühlingsblüten bieten Nektar und Pollen in Feuchtlebensräumen; ökologisch besonders wichtig ist die Pflanze als Struktur- und Zeigerart intakter Moor- und Uferstandorte, deren Schutz Vorrang vor jeder Wildsammlung hat.

Hummeln Wildbienen Feuchtgebiets-Insekten Moorfauna Verlandungsvegetation heimische Moorpflanze Menyanthaceae gefährdet besonders geschützt Schwingrasen Nektar Pollen

Studien und Quellen