Evidenzorientiertes Pflanzenwissen

Salicaceae

Silber-Weide

Salix alba L.

Feuchtigkeitsliebendes Gehölz an Ufern und in Auen. Dieses Profil beschreibt Salix alba; arzneilich genutzt wird salicylathaltige Weidenrinde als Droge, aber nicht jede Salix-Art ist automatisch gleichzusetzen.

Weide Weiß-Weide White willow
Bild: Wikimedia Commons, Willow, CC BY 2.5. Quelle öffnen

Wirkung und Einordnung

Evidenz: moderat (3/5)

Rinde als Teeabkochung, Trockenextrakt oder standardisiertes Präparat: laut EMA/HMPC traditionell zur kurzfristigen Linderung leichter Rückenschmerzen. Dieses Profil beschreibt Salix alba; die Monographie umfasst verschiedene Salix-Arten und bezieht sich auf Arzneirinde mit geeignetem Salicingehalt. Kopfschmerzen, Fieber oder Gelenkschmerzen sind traditionell/plausibel, aber in diesem Profil nicht stärker belegt als die Rücken-Anwendung.

salicylathaltig analgetisch entzündungshemmend

Anwendung

  • Weidenrinde wird bei leichten Schmerzen wie Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen eingesetzt.
  • Die Wirkung setzt typischerweise langsamer ein als bei Acetylsalicylsäure und hängt stark von Extrakt und Salicingehalt ab.
  • Wegen salicylatähnlicher Risiken ist Weidenrinde nicht für alle Personen geeignet.

Ökologische Bedeutung

Ökologie: sehr hoch (5/5)

Die Silber-Weide ist ein ökologisches Schlüsselgehölz feuchter Standorte. Frühe Kätzchen liefern wichtigen Pollen und Nektar für Wildbienen, Honigbienen und Hummeln; Salix alba ist außerdem Raupenfutterpflanze und Lebensraum an Gewässern.

Wildbienen Honigbienen Hummeln Schmetterlingsraupen Uferfauna Vögel Frühtracht Kätzchen Raupenfutterpflanze Ufergehölz Salix Pollen

Studien und Quellen